bild1 Das Internet wird 2015 hauptsächlich von mobilen Geräten aus genutzt. Der Grund für das schnelle Wachstum des mobilen Internets sind Smartphones, Netbooks und webfähige Tablet-PCs. Das iPad ist dabei nur der Anfang. Denn schon in wenigen Jahren werden die Geräte für unterwegs viel mehr können als heutige Spitzen-PCs. Die Computing-Power und der Datenspeicher dafür stecken in der "Cloud", einem Netzwerk von Millionen Servern, welche die Rechenarbeit für die Nutzer weltweit leisten. Das Mobilgerät ist dann nur mehr die Steuerkonsole für und das Fenster ins Netz. Navigiert wird dabei mittels Multitouch, Sprach- und Videoerkennung, Tastaturen und Mäuse gibt es nicht mehr.



"Die Grenzen zwischen Computer, Fernseher, Radio und Internet verschwinden", sagt Mag. Johannes Lang vom Wiener k-Lab. Im Jahr 2013 werden 46 % der ausgelieferten Fernseher über eine Internetverbindung verfügen. 2015 werden "Internet-connected-TVs", die im Web surfen und Social Media benutzen können, Standard sein. In vier Jahren sind die Übertragungsgeschwindigkeiten im Web um ein Vielfaches schneller. Und damit müssen wir uns nicht mehr nach dem Fernsehprogramm richten. Wir entscheiden selbst, wann wir einen Film oder die Nachrichten sehen wollen, ob wir uns die Sendung auf dem TV zu Hause, dem Tablet-PC oder dem Handy unterwegs anschauen wollen. Wenn es in der Wohnung heiß ist, setzen wir uns damit einfach auf den Balkon. ,,2015 wird es auch keine Webseiten mehr geben", sagt Lang. "Technische Möglichkeiten wie HTML5 und neue Apps werden die umständliche Art wie Webseiten heute funktionieren - mit Vor- und Zurückklicken oder Laden von einzelnen Seiten – revolutionieren und in der Bedienung so einfach und schnell wie eine Smartphone-App machen." Neben den Bildschirmen sind dann aber auch alltägliche Objekte wie Autos, Waschmaschinen, Alarmanlagen oder Brillen ständig online, das Web wird uns mit diesen Gegenständen verbinden.



Generell wird das neue Internet persönlicher. Denn 2015 braucht man nicht mehr lange Adressen in die Browserleiste einzugeben. Informationen, die für einen relevant sind, kommen automatisch zu uns. "Kein Mensch wird dann mehr auf E-Mails reagieren", sagt Lang. "Die werden einfach von den Sozialen Netzwerken geschluckt." Das sind dann auch keine Plätze mehr, auf denen wir uns gelegentlich aufhalten. Das virtuelle Freunde-Geflecht ist immer dabei, steht jederzeit zur Verfügung und ist ein ganz selbstverständliches Repertoire unseres Alltags, wie heute das Telefonverzeichnis im Handy. So wird sich der Großteil unseres Lebens digital abspielen.

Wir können von unserer Wohnzimmercouch aus via Telework arbeiten, shoppen, uns unterhalten lassen, weiterbilden oder Freunde besuchen. ,,Allerdings wird diese neue Form des Cocoonings über kurz oder lang zu einem Verlust von Mimikfähigkeiten und der Interpretation von Körpersprache führen, da diese in der virtuellen Kommunikation kaum mehr genutzt werden", sagt Lang. Während die Älteren dann mit einer Sehnsucht nach Entschleunigung reagieren und Wellness und Gesundheit als Gegensatz zur digitalen Überforderung suchen, gibt es in ein paar Jahren aber auch schon die erste Generation von "Digital Natives", die mit dem Internet und dem "Digital lifestyle" vom Babyalter weg aufgewachsen sind. Sie werden Printmedien nur vom Hörensagen kennen und Infos fast ausschließlich online konsumieren.

Quelle: Mediamagazin
Autor: Hans Schneeweiss